Auslandspraktikum: Alle wichtigen Informationen

Teil 3 der Study Abroad Serie

Verfasst von: Sabine Klug, 19.3.2020

Berufserfahrung sammeln, internationale Kontakte knüpfen und Fremdsprachenkenntnisse vertiefen – das alles bietet dir ein Auslandspraktikum. Warum jemand ein Auslandspraktikum macht, kann unterschiedliche Gründe haben: Während sich einige freiwillig nach der Matura oder nach dem Abitur sowie während des Studiums für ein Praktikum entscheiden, sind andere dazu verpflichtet. Viele Studierende ziehen ein Auslandspraktikum einem Auslandssemester vor – aus drei einfachen Gründen:

  • geringerer Planungsaufwand als bei einem Auslandssemester
  • kürzere Abwesenheit im Heimatland
  • Berufserfahrung im internationalen Kontext sammeln und nebenbei auch noch eine kleine Entlohnung erhalten

Dauer

Grundsätzlich gilt: Die meisten Unternehmen begrüßen es, wenn dein Praktikum länger dauert. Aber auch für dich selbst ergeben sich dadurch viele Vorteile: Du lernst die verschiedensten Abteilungen und Arbeitsschritte besser kennen, hast größere Chancen, Projekte vom Anfang bis zum Ende zu begleiten und wirst im Laufe der Zeit deinen Verantwortungsbereich vergrößern können.

Erhalte Hilfe von Agenturen

Bei einem Auslandspraktikum hast du einige Auswahlalternativen, was die Organisation betrifft: Am wohl einfachsten ist es, ein Auslandspraktikum über eine Agentur beziehungsweise über eine Organisation zu bekommen. Der Nachteil: Die Vermittlung ist in den meisten Fällen kostenpflichtig. Der große Vorteil allerdings ist, dass du dich nur einmal bei der Agentur bewerben musst und nicht mehrmals bei unterschiedlichen Firmen. Das Vermittlungsbüro sucht dir eine freie Stelle nach deinen Vorstellungen und organisiert die Vertragsabwicklung. Die Vermittlungsgebühr sowie der Bewerbungsprozess sind von Agentur zu Agentur unterschiedlich. Und auch die benötigten Unterlagen können variieren. Erkundige dich direkt bei den jeweiligen Organisationen:

Pflichtpraktikum innerhalb des Studiums

Du besuchst eine Hochschule, bei der du während des Studiums ein Pflichtpraktikum erledigen musst? Das erleichtert die Organisation, denn diese greifen dir meist unter die Arme, wenn es um die Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle geht. Häufig arbeitet die Universität in solchen Fällen mit Partnerunternehmen zusammen, die regelmäßig Studierende für Auslandspraktika einstellen. Sowohl Unternehmen als auch Praktikantinnen und Praktikanten verpflichten sich im Rahmen des jeweiligen Studienplans zu einer praktischen Ergänzung des theoretisch Erlernten. Daher entfällt hier oft sogar der Bewerbungsprozess. Zu beachten ist allerdings, dass es zwei unterschiedliche Praktikumsarten gibt:

  • Pflichtpraktikum außerhalb eines Dienstverhältnisses: Das Praktikantenverhältnis wird durch den Lern- und Ausbildungszweck und nicht durch die Erwerbsabsicht des Unternehmens charakterisiert. Ein reguläres Arbeitsentgelt ist daher nicht verpflichtend. Ob und in welcher Höhe dir ein Taschengeld bezahlt wird, obliegt dem Unternehmen und ist Vereinbarungssache.
  • Pflichtpraktikum im Rahmen eines Dienstverhältnisses: Das Praktikumsverhältnis wird durch einen Praktikanten-Arbeitsvertrag geregelt. Der Praktikant erhält ein geregeltes Arbeitsentgelt und ist im Normalfall auch versichert.

Wir empfehlen dir dringend, eine klare Praktikumsvereinbarung abzuschließen und eine Ausbildungsdokumentation zu führen.

Bewerbung in Eigenregie

Viele Hochschulen oder Studiengänge regen ein freiwilliges Auslandspraktikum an. Dieses wird oft als Zusatzqualifikation gesehen, muss jedoch auf eigene Faust organisiert werden. Wenn man keine internationalen Unternehmenskontakte zur Verfügung hat, ist das natürlich eine Herausforderung. Wo fange ich mit der Suche an? Welche Branche ist die richtige? Welches Land ist das beste für mich? Vereinbare auf jeden Fall einen Termin mit deiner Studienberaterin oder deinem Studienberater. Diese verfügen oft über ein gutes Netzwerk an Partnerhochschulen, Partnerunternehmen oder Kooperationspartnern für ein Auslandspraktikum. Viele Hochschulen bieten zudem eine Praktikumsbörse an.

Deine Bewerbungsunterlagen solltest du am besten in der Landessprache oder zumindest in Englisch verfassen. Vergiss nicht, alle notwendigen Zeugnisse und Sprachzertifikate beizulegen und bereite dich auf ein telefonisches Bewerbungsgespräch oder ein Skype-Interview vor. Noch bevor du dich bewirbst, solltest du mit deiner Hochschule abklären, ob das ausgewählte Praktikum von deiner Universität anerkannt wird.

STUWO-Tipp: Besser Wohnen vor Ort

Wenn eine Organisation, Agentur oder ein Kooperationsunternehmen dein Praktikum plant, kümmern diese sich häufig auch um eine Wohnmöglichkeit für dich. Viele Unternehmen haben Kontakte zu Wohnheimen vor Ort oder verfügen im besten Fall sogar über eine Wohnung oder ein WG-Zimmer für Auslandspraktikantinnen und -praktikanten. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, vorab nachzufragen!

Rechtzeitig suchen

Solltest du bei der Unterkunftssuche auf dich alleine gestellt sein, achte bitte darauf, dass du rechtzeitig mit der Suche beginnst. Wenn du keine Unterkunft findest, ist es ratsam, schon einige Wochen vor Praktikumsbeginn anzureisen. Suche dir einstweilen ein Zimmer in einem Hostel oder einer günstigen Pension. Du wirst neben deinem Praktikum keine Zeit aufwenden können, auch noch vor Ort eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu suchen. Versuche es notfalls auch über soziale Medien. Oft hast du bereits Kontakte in deinem Gastland und kannst diese gleich sinnvoll, aber mit Vorsicht, nutzen.

Förderungen

Die Stipendiendatenbank ist die umfangreichste Datenbank für Förderungen in Österreich. Hier kannst du nach Stipendien suchen, die für dich in Frage kommen. Leider gibt es kein großes Förderungsnetzwerk für Auslandspraktika. Daher solltest du direkt bei der Universität im Auslandsbüro nach unterschiedlichen Möglichkeiten fragen. Manchmal werden Praktika direkt über die Landesförderung deines Studienortes geregelt oder Stipendien direkt über die Universität vergeben. Das bekannteste Programm im europäischen Raum ist auf jeden Fall das Erasmus+ Programm – die Nationalagentur für Lebenslanges Lernen:

  • Erasmus+: Das ist die Förderung für ein Praktikum im europäischen Ausland. Informationen, Beratung und Beantragung läuft über das Auslandsbüro deiner Universität.

Mit diesen Kosten ist zu rechnen

Klar, du sammelst wertvolle Erfahrungen bei deinem Auslandspraktikum, vergiss aber nicht, dass diese Zeit auch mit Kosten verbunden ist. Mache dir also rechtzeitig Gedanken darüber, wie dein Auslandspraktikum finanziert werden soll. Die Lebenserhaltungskosten sind von Region zu Region unterschiedlich, Agenturkosten unterscheiden sich häufig und auch die Kosten für Flüge können stark variieren. Welche Kosten sind also von dir zu beachten:

  • Agenturkosten
  • Lebenserhaltungskosten
    • Miete
    • Produkte des täglichen Bedarfs
    • Freizeit (Sport, Bar, Restaurant, Kino, Konzerte, …)
    • Ticket für den öffentlichen Verkehr
  • Versicherungen
  • Visum
  • Persönliche Reisekosten

Ein Auslandspraktikum bietet dir somit nicht nur einen Mehrwert für dein Studium und eine Zusatzqualifikation für die künftige Jobsuche, sondern bietet dir auch die großartige Chance auf eine einzigartige Erfahrung während deiner Studienzeit.

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Gerne helfen wir dir weiter!