Sparen als Student – so geht’s richtig!

Verfasst von: Christina Pichler, 11.09.2020

Niedrig bezahlte Aushilfsjobs, Kellnern oder geringfügige Anstellungen: Das Einkommen als Student lässt ja oft zu wünschen übrig. Aber das ist auch ok. Schließlich ist man noch oder wieder in einer Ausbildungsphase und hat in der Regel auch nicht so viel Verantwortung auf der Arbeit. So gehört das „knapp bei Kasse sein“ irgendwie zum Studentendasein fast dazu. Nach dem Abschluss kommt auch hoffentlich ganz schnell die Phase des Geldverdienens. Doch ein sparsamer Lifestyle ist nie verkehrt und als Student ist das oft noch einfacher umzusetzen. Wir geben dir elf spannende und vielseitige Tipps, wie du als Student noch mehr Geld im Alltag sparen kannst.

1) Studentenrabatte nutzen

Manchmal ist es auf den ersten Blick nicht so gut ersichtlich, doch so einige Freizeitmöglichkeiten bieten Rabatte für junge Menschen in Ausbildung und im Studium. So kannst du allerlei Museen besuchen oder andere Angebote zu vergünstigten Preisen in Anspruch nehmen, wie Kino- oder auch Theatervorstellungen. Auch den Büchereiausweis und den Eintritt in den städtischen Bädern in Wien bekommst du etwas billiger. Fragen lohnt sich auf jeden Fall. Wir empfehlen dir auch auf iamstudent vorbeizuschauen. Dort findest du nämlich sämtliche Rabatte und Gutscheine für Studierende in Österreich oder einzelne Städte, wie Wien.

Doch Achtung! In Österreich sind viele Studentenrabatte auf ein Alter von 27 Jahren begrenzt. Gehörst du schon zu den Studenten im Alter von 30 oder mehr, gelten die Rabatte leider nicht mehr für dich. Doch keine Sorge. Auch für dich gibt es noch genügend Spartipps, die du umsetzen kannst.

2) Studentenangebote beim Kauf von Elektronik nutzen

Smartphone, Tablet PCs und Notebooks sowie die zugehörige Software sind schon große Anschaffungsposten, aber meist unverzichtbar. Viele große Firmen, wie Microsoft und Apple, aber auch diverse Onlineshops bieten oftmals spezielle Angebote für Studierende an. Manchmal kannst du auch über deine Universität oder Fachhochschule vergünstigte oder sogar kostenfreie Softwarepakete ergattern. Informiere dich auf jeden Fall, wenn du ein neues Gerät kaufen musst. Denn hierbei kannst du richtig Kohle sparen.

3) Strom sparen heißt Geld sparen

In Haushalten gibt es viele Möglichkeiten, um die Stromrechnung zu senken und schon kleine Verhaltensänderungen können dabei helfen. Hier kommen die gängigsten Möglichkeiten für Küche, Bad und Wohnzimmer:

  • Kühlschrank und Gefriertruhe regelmäßig abtauen
  • Wasser in einem Wasserkocher erhitzen und nicht mehr Wasser einfüllen als notwendig
  • Backofen nur noch dann vorheizen, wenn es für das Gelingen des Gerichtes wirklich nötig ist – das ist übrigens selten der Fall!
  • Nutze die Restwärme deiner Kochplatte beim Kochen
  • Koche mit Deckel auf Topf und Pfanne
  • Ökoprogramme bei Wasch- und Spülmaschine verwenden
  • Wäsche auf einem Wäschetrockner trocknen, statt sie in den Trockner zu geben
  • Beim Kauf neuer Geräte, wie Fernseher oder Kühlschrank auf den Energieverbrauch achten
  • Geräte ganz ausschalten und nicht im Standby-Betrieb lassen
  • An heißen Tagen einen Ventilator statt Klimaanlage verwenden

4) Heizkosten sparen für deinen Geldbeutel

Sobald die letzten Monate des Jahres nahen, wird es draußen kälter und ungemütlicher. Zeit, um es sich zuhause richtig kuschelig zu machen. Für die meisten Menschen heißt das: Heizung aufdrehen. Mit den folgenden Tipps kannst du auch deine Studentenkasse hinsichtlich Heizen schonen:

  •       Heizkörper sollten frei stehen und nicht durch Möbel zugestellt oder durch Vorhänge bedeckt sein, damit die Hitze gut entweichen kann.
  •       Heizkörper müssen regelmäßig entlüftet werden: Wenn dein Heizkörper komische Geräusche macht oder gluckert, ist es ein Hinweis darauf, dass er entlüftet werden muss. Wenn Luft im Heizelement vorhanden ist, kann der Heizkörper nämlich nicht richtig heizen.
  •       Stoßlüften: Im Idealfall öffnest du zwei Mal am Tag deine Fenster für ein paar Minuten, um frische Luft hereinzulassen und nicht zu viel Wärme zu verlieren.
  •       Backofen offen lassen: Deine Pizza ist nach ein paar Minuten bei 180 Grad fertig? Prima, dann nutze die Restwärme des Backofens und lasse ihn offen.
  •       Vorleger und Teppiche: Wenn du einen Holzboden in deiner Wohnung hast, können kleine Teppiche oder Vorleger eine natürliche Wärme in deine Wohnung bringen und  deine Füße gerade an häufig besuchten Plätzchen vor Kälte schützen.

5) Gebrauchte Geräte und Gegenstände kaufen

Die Lebensdauer von Dingen zu verlängern ist eine gute Sache für die Umwelt, schont aber auch den Geldbeutel. Wenn man nicht bereits in einem komplett eingerichteten und modernen Studentenapartment wohnt, kann man den Haushalt auch mit gebrauchten Gegenständen bei diversen Online-Plattformen, wie willhaben günstig oder sogar umsonst erwerben. Auch so einige lokale Facebook Gruppen bieten insbesondere Einrichtungsgegenstände kostenlos an. Wenn es dir nichts ausmacht, dass die Geräte leichte Schönheitsfehler haben wie Kratzer oder auch eine Delle haben ist der elektro-b-markt die richtige Anlaufstelle für dich. Die verkaufen transportbeschädigte aber originalverpackte Markengeräte billiger. 

Ein besonderer Tipp für Wien: In der Bundeshauptstadt kannst du bei den carla Läden der Caritas Wien kostengünstig einkaufen. Auch der 48er-Tandler bietet viele tolle Schätze in seinem Altwarenmarkt. Sogar Instrumente und Sportgeräte kannst du hier finden. So sparst du nicht nur Geld, sondern tust auch etwas für deinen ökologischen Fußabdruck.

6) Sparsam beim Einkauf von Lebensmitteln sein

Essen müssen wir, keine Frage. Doch auch beim Einkaufen kannst du richtig Geld sparen. Probiere folgende Möglichkeiten für dich aus:

  • Wöchentlichen Essensplan erstellen: Mach dir zu den Mahlzeiten der nächsten Woche Gedanken. Vielleicht weißt du ja jetzt schon an welchen Tagen Du mit Freunden Essen gehst oder zuhause kochen wirst. Das hilft dir, deine Einkäufe zu durchdenken. Denn planlos in den Supermarkt zu marschieren bedeutet oftmals, dass man mehr kauft als man eigentlich braucht und somit ein Teil der Lebensmittel verdirbt. Essen wegwerfen heißt: Wertvolle Ressourcen landen im Müll, aber auch, dass ein Teil deiner Kohle direkt auf dem Mist landet. Hier bekommst du noch mehr Zero Waste Tipps, um Müll zu vermeiden.  
  • Einkaufszettel schreiben: Du hast deine Mahlzeiten für die nächsten Tage ein wenig durchgeplant? Super! Jetzt kannst du dir überlegen, welche Zutaten besorgt werden müssen. Alles sorgfältig zu notieren kann dir beim Geld sparen so richtig helfen – ja wirklich! Der Blick in den Kühlschrank und ins Küchenregal vermeidet unnötige Doppelkäufe. Denn dann kaufst du nur das, was du wirklich brauchst und vermeidest, dass wertvolle Lebensmittel verderben. Das ist eine richtige Win-win-Situation.
  • Prospekte von Supermärkten checken: Des einen Leid, des anderen Freud. Manchmal können die vielen Prospekte im Postkasten richtig nervig sein und besonders ökologisch sind sie sicherlich auch nicht. Aber sie helfen dir beim Einkaufen weniger Geld auszugeben. Denn mit Angeboten kannst du oft gutes Geld sparen. Wer die Prospekte nicht mag, kann auch auf der jeweiligen Website der Supermärkte die aktuellen Angebote papierlos prüfen.
  • Niemals hungrig einkaufen: „Hunger ist der beste Koch“, so sagt man. Allerdings ist es kein guter Einkaufsratgeber. Denn wir kaufen tendenziell zu viel und entsprechend unserem Appetit ein. Also lieber vorher noch eine Kleinigkeit essen und den Hunger stillen.
  • Prüfe, ob Großpackungen wirklich günstiger sind: Wir gehen automatisch davon aus, dass größere Packungen uns beim Sparen helfen. Prüfe das jedoch immer auf dem Preisschild und vergleiche den Gramm- oder Liter-Preis mit den kleineren Verpackungseinheiten, um wirklich sicher zu gehen.
  • Einkäufe dokumentieren: Sammle eine Belege beim Lebensmittelkauf und notiere dir die Summen. Wenn du ein kleines Kassabuch führst, hast du immer einen Überblick darüber, wie viel du tatsächlich für Lebensmittel ausgibst.

7) Beim Essengehen und in Bars sparen

Gerade Restaurants und Bars in deinem Univiertel bieten oft besondere Angebote für Studenten an, wie einen Mittagstisch oder eine Happy Hour. Gute Angebote sprechen sich bei den Kommilitonen schnell herum. Manchmal reicht es schon links und rechts einmal nachzufragen.

Hier haben wir eine Menge toller Studentenlokale in Wien für dich zusammengefasst.

Eine andere Möglichkeit zum Sparen beim Essengehen ist der Anbieter Delinski. Hier können Restaurants in den größeren Städten Österreichs eine bestimmte Anzahl von Restplätzen zu Randzeiten für ihr Lokal einstellen. Als Kunde bekommst du bis zu 30% auf die gesamte Rechnung, abhängig vom gebuchten Zeitfenster. Luxus pur für Studenten mit beschränktem Budget.  

Too Good To Go ist ein weiterer Geheimtipp für Studenten. Per App kannst du die Lokale in deiner Stadt ausfindig machen, die übriggebliebene Portionen und Speisen zum Ladenschluss günstig verkaufen. Foodsharing funktioniert übrigens auch mit deinen Nachbarn oder Mitbewohnern.

Weitere praktische Apps für Studenten findest du auch in diesem Beitrag.

8) Sparen beim Reisen

– Semestertickets, Car Sharing und Mitfahrgelegenheiten

Mobilität kostet. Dabei pendelt man als Student das ein oder andere Mal nach Hause oder macht einen Ausflug mit Freunden. Aber auch am Studienort unterwegs zu sein, kostet normalerweise Geld. Ein eigenes Auto ist nicht nur verhältnismäßig teuer durch den Sprit, die Unterhaltskosten und die Parkgebühren in den Städten. Es ist auch nicht besonders ökologisch. Abhängig von der Strecke und von der Erreichbarkeit deines Zielortes kannst du mit folgenden Tipps Kohle sparen:

  • Günstigere Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel am Studienort kaufen: Das gehört für die meisten Studenten sowieso zum Standard, gilt aber leider nur für Studenten bis zum Ende des 26. Lebensjahres. Wer älter ist, muss sich andere Wege suchen, um zu sparen.
  • Lege deine Strecken mit dem Rad zurück: Das bietet sich gerade dann an, wenn du innerhalb der Stadt unterwegs bist. Die Parkplatzsuche, das Warten auf den Bus und den Stau kannst du so auch vermeiden. Außerdem ist es gesund und gibt dir die Möglichkeit, dich täglich auf dem Weg zur Uni zu bewegen.
  • Car Sharing: Anstatt über die Anschaffung eines eigenen Autos nachzudenken, kannst du auch mit Car Sharing Diensten gut beraten sein. In größeren Städten kannst du Anbieter, wie ELOOP für rein elektrisches Carsharing in Wien zurückgreifen oder den klassischen Anbieter Share Now. Wer ab einem größeren Bahnhof die eigenen vier Räder benötigt, zum Beispiel für einen Tagesausflug, kann den Carsharing Dienst der ÖBB Rail&Drive nutzen. Weitere Car Sharing Angebote für Wien findest du auf der Website der Stadt.
  • Schau dich nach Mitfahrgelegenheiten um: Tu dich mit anderen zusammen und fahre bei Menschen mit, die einen ähnlichen Weg haben. Oft kannst du zu unschlagbar günstigen Preisen mitfahren. Manchmal lernt man sich auch im Hörsaal kennen und kann sich dann zusammentun. Ansonsten kannst du auch bei Anbietern, wie Blablacar nach einer geeigneten Verbindung und netten Mitfahrgelegenheit schauen.

9)  Bei Konto und Versicherung sparen

Wohin mit dem ganzen Haufen Cash, den man sich so schwer angespart hat und als Student auf die Seite legen möchte? Klar, auf ein Studentenkonto! Die meisten Banken bieten bereits Gratislösungen für Online-Banking, Kontoführung und mit Bankomatkarte für Studierende an. Bei der Raiffeisenbank ist auch eine gratis Unfallversicherung bis 24 Jahre mit dabei. Andere Banken, wie die ERSTE geben auch die Kreditkarte bis zum 27. Geburtstag gratis mit dazu. 

Noch ein heißer Tipp: Viele Banken geben bei Weiterempfehlung eine Empfehlungsprämie. Tausche dich also mit deinen Studienkollegen aus, wenn ein Wechsel ansteht. Vielleicht klingeln dann sogar die Kassen für euch.

10)  Werkzeug und Gegenstände ausleihen statt neu kaufen

Mal ehrlich: Wenn man nicht selbst Handwerker oder Hobbyschrauber ist, rührt man die Werkzeugkiste ja eher selten an. Möchte man aber doch mal etwas werkeln, heißt es: Arbeitsgeräte auftreiben. Größere Gerätschaften, wie Schlagbohrer und Co sind in der Anschaffung für Studenten doch sehr teuer und man verwendet es dann ja auch nur ganz selten. Das gleiche gilt für Kostüme, wenn eine Party mit Verkleidung ansteht oder manche Elektronikgeräte, wie eine hochwertige Kamera bei Hobbyfotografen. Frage bei deinen Kommilitonen oder Nachbarn nach. Sie werden dir sicher gerne helfen, wenn diese Schätze in ihren Kellern oder den Abstellkammern schlummern. Wenn sich niemand finden lässt, kannst du Werkzeug und andere selten benötigte Dinge auf Shareonimo tageweise mieten.

11) Do it yourself statt kaufen

Viele notwendige Dinge zur Körperpflege kannst du kostengünstig selbst machen oder durch ökologische Alternativen ersetzen. Und das spart so richtig Geld! Wusstest du, dass du deine Haare zum Beispiel mit Roggenmehl waschen oder dein Deo mit nur drei Zutaten selbst herstellen kannst? Das Thema ist so vielseitig, dass wir dir viele verschiedene DIY Tipps in einem eigenen Beitrag zusammengefasst haben.

Fazit:

Mit vielen alltäglichen Dingen kannst du in Summe so richtig Kohle sparen. Besonders interessant wird das, wenn du dir das Ersparte auf die Seite legst und nach einem Jahr zählst, was dein sparsamer Lebensstil tatsächlich gebracht hat. Das ist natürlich nicht bei allen Maßnahmen so einfach möglich. Aber wenn du ein paar der Lebensmittel auf deiner Einkaufsliste günstiger erhalten oder beim letzten Museumsbesuch ein paar Euro gespart hast, beginne doch mit diesen Differenzen. Das gute alte Sparschwein freut sich bestimmt von dir gefüttert zu werden und du wirst staunen, wie viel über eine längere Zeit zusammenkommt. Denn: Kleinvieh macht auch Mist. Davon kannst du dir deine nächste Urlaubskasse aufbessern oder dir einen besonderen Wunsch erfüllen. Wie auch immer du dich entscheidest – mit diesen Tipps kann das Sparen richtig Spaß machen!

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