Richtig Wäsche waschen: Die besten Tipps im Überblick

Verfasst von: Christina Pichler, 05.08.2021

Du bist von zuhause ausgezogen, stehst zum ersten Mal allein vor einem riesengroßen Wäscheberg und kannst deine Eltern einfach nicht erreichen. Jetzt stehst du vor vielen neuen Fragen: Wie wäscht man die Wäsche richtig? Wie muss man Wäsche trennen? Welche Wäsche kann man zusammen waschen?
Wäschewaschen ist nicht ganz so kompliziert wie es auf den ersten Blick scheinen mag, es gibt allerdings einige Dinge, die du beachten solltest. Wir haben dir in diesem Beitrag die wichtigsten „Wasch-Tipps“ zusammengestellt damit du sowohl bunte Wäsche waschen kannst, weißt wie du weiße Wäsche wieder weiß bekommst und deine Wollpullis ihre Form behalten und nicht auf Kindergröße schrumpfen!

 

1.Wäsche richtig sortieren

Bevor es mit dem Waschgang losgehen kann, bedarf es ein bisschen Vorbereitung! Am besten du sortierst deine Wäsche nach Farbe und nach Material. Hell, dunkel, bunt – mit dieser simplen Einteilung kannst du deine Wäsche vorsortieren. Gleiche oder ähnliche Farben gemeinsam zu waschen hat den Vorteil, dass diese wenige stark ausfärben und andere Teile nicht einfärben. Bei neuen Kleidungsstücken, insbesondere jenen mit starken Farben ist nämlich Vorsicht geboten. Du hast dein neues rotes T-Shirt noch nie gewaschen? Teste es vor dem ersten Besuch in der Waschmaschine lieber bei einer kurzen Handwäsche im Spülbecken, um zu vermeiden, dass es all deine anderen Shirts einfärbt oder gar aus weißen Shirts, rosarote Oberteile werden!
Nach Textur zu sortieren ist insbesondere dann wichtig, wenn du feine Stoffe wäschst: Spitze, Seide oder echte Wolle zum Beispiel. Diese benötigen sehr geringe Temperaturen und eine geringere Schleuderzahl als „normale“ Shirts. Für feine Unterwäsche empfiehlt es sich zudem Waschbeutel zu verwenden, um zu verhindern, dass sich das delikate Material in anderen Teilen verhakt.

2. Das richtige Waschprogramm und die richtige Temperatur

Jetzt wo du deine Wäsche sortiert hast, geht es weiter zur Auswahl des richtigen Waschprogramms. Bei fast allen Waschmaschinen findest du folgende Auswahlmöglichkeiten: Bunt- / Kochwäsche, Pflegeleicht, Feinwäsche und Wolle / Handwäsche, zusätzlich gibt es meistens ein Schleuderprogramm, ein Abpump-Programm und ein Kurzprogramm.

Bunt- / Kochwäsche
Mit diesem Waschgang kannst du unempfindliche Textilien aus Baumwolle und Leinen, Bettwäsche und Handtücher waschen. 60 Grad reichen bei diesen Waschgängen aus, um deine Wäsche hygienisch zu reinigen.

Pflegeleicht
Dieser Waschgang ist ein wahrer Alleskönner! Mit ihm kannst du beinahe all deine Kleidung waschen. Bei 30 Grad waschen reicht in er Regel aus. Besonders Textilien aus Misch-Materialen sind bei diesem Waschprogramm gut aufgehoben!

Feinwäsche
Wie der Name schon verrät, empfiehlt sich das Feinwäsche-Programm für empfindliche Stoffe wie Blusen, Kleider, Röcke aber auch Unterwäsche und Socken kannst du mit diesem Programm waschen. BH`s aus Spitze dürfen ebenfalls rein, verwende aber hierfür am besten einen Wäschesack. 30 Grad reichen auch bei diesem Waschgang aus.

Wolle / Handwäsche
Dieses Programm ist besonders schonend und für sehr sensible Materialien gut geeignet. Es handelt sich hier um ein Kaltwaschprogram (bis 30 Grad). Außerdem werden deine Textilien hier nicht geschleudert, was insbesondere bei Wolle sehr wichtig ist, da diese sonst einläuft. Achtung: die Wäsche ist nach diesem Waschgang oft noch sehr nass und können beim Aufhängen tropfen. Wollpullover sollten allerdings nicht zum Trocknen aufgehängt, sondern flach ausgelegt werden!

3. Das richtige Waschmittel

Ob Lavendel- oder Apfelduft ist voll und ganz dir und deinen Geruchsvorlieben überlassen, trotzdem gibt es bei der Waschmittelauswahl einiges zu beachten. Für beinahe jedes Waschprogramm gibt es ein eigenes Waschmittel. Wenn du aber nicht viel Platz zum Aufbewahren oder nicht das Budget für eine komplette Waschküchenausstattung hast, empfehlen wir dir beim Waschmittelkauf ein paar einfache Fragen im Hinterkopf zu behalten: Habe ich viele sensible Stoffe (Seide, Wolle etc.)? Welche Farben dominieren meinen Kleiderschrank?

Bunte Wäsche zu waschen ist meist einfacher als weiße oder dunkle Farben. Universal-, Voll- oder Buntwaschmittel kommt bei Kochwäsche und für das Pflegeleicht-Programm zum Einsatz, Woll- und Feinwaschmittel für sensiblere Stoffe! Für weiße Farben eignen sich Pulverwaschmittel besonders gut, da diese oft Bleichmittel enthalten und zu einem langanhaltenden, frischen Weiß beitragen. Achtung: das Bleichmittel im Waschmittel ist zwar kein Gesundheitsrisiko aber trotzdem schlecht für die Umwelt.
Wenn deine Wäsche stark verschmutzt ist, empfiehlt es sich Flecken vor dem Waschgang mit der Hand zu behandeln, verwende dazu einfach ein Stück Kernseife. Fettflecken behandelst du am besten mit etwas fettlösendem Spülmittel. Gib das Mittel einfach kurz vor dem Waschgang auf die zu behandelnde Stelle, lass es einwirken und gib es dann ganz normal in die Waschmaschine.
Bezüglich der Dosierung deines Waschmittels liest du am besten nach was direkt auf der Waschmittelverpackung empfohlen wird und richtest dich nach dem Verschmutzungsgrad deiner Wäsche!

4. Wäsche richtig trocknen

Wenn möglich: Hände weg vom Wäschetrockner! Ein Haushalt, der 200 Mal im Jahr einen Trockner betreibt, könnte durch den Wechsel zu einem Kleiderständer oder einer Wäscheleine fast eine halbe Tonne CO₂ einsparen, das ist ganz schön viel! Du willst trotzdem nicht auf weiche, flauschige Wäsche verzichten? Versuche ein wenig (ca. 1 Esslöffel) Apfelessig zu jedem Waschgang – am besten in das Weichspülfach – zuzugeben! Handtücher sollten übrigens nie in den Trockner und auch nicht gebügelt werden, da sie sonst ihre Oberflächenstruktur verlieren und so schnell ihren Kuschelfaktor verlieren!

5. Do’s and Don’ts

Do´s

  • Farben trennen
  • Taschen leeren
  • neue Textilien separat waschen (Ausfärbe Gefahr)
  • Kissenbezüge zuknöpfen
  • auf Waschsymbole in deinen Kleidungsstücken achten

Dont`s

  • Waschmaschine zu voll füllen
  • Taschentücher in Hosentaschen vergessen (Fusselgefahr)
  • zu heiß waschen
  • Wäsche lange in der Waschmaschine lassen (Stinkgefahr)
  • Kurzprogramme (verbrauchen oft mehr Strom und Energie als lange)

6. Wo kann ich meine Wäsche waschen?

Du bist gerade erst von zuhause ausgezogen und das Budget hat nicht mehr für eine neue Waschmaschine gereicht? Deine Wohnung ist einfach zu klein für Waschmaschine und einen Trockner oder kommst du in deiner WG einfach nicht zum Waschen, weil deine Mitbewohner ständig die Maschine besetzen? In diesen Fällen lohnt sich der Weg zum Waschsalon! In den meisten größeren Städten gibt es tolle Angebote fürs Wäschewaschen und oft ist dort sogar das Waschmittel im Waschgang inkludiert, so musst du dir auch darum keine Sorgen mehr machen!
Wenn dein erstes eigenes Zuhause in einem Studentenwohnheim ist, hast du einen Glückstreffer gelandet! Die meisten Studentenwohnheime, so auch STUWO, bieten ihren BewohnerInnen eigene Waschsalons an. Hier musst du dich nicht fragen: „Wann ist die beste Zeit zum Wäsche waschen?“, sondern kannst rund um die Uhr Waschmaschine und Wäschetrockner verwenden, ohne jemanden zu stören! Der Wäschetrockner erspart einem zwar Zeit, verbraucht aber Unmengen an Strom und ist deshalb nicht besonders nachhaltig. Wir empfehlen dir, deine Wäsche aufzuhängen, wenn du kannst. Im Sommer bietet sich das, soweit möglich, auch draußen im Garten an. In Studentenwohnheimen oder Gemeindebauten kannst du dazu die Waschküche nutzen. Hier kannst du deine Wäsche trocknen, ohne dir deine eigenen vier Wände vollzustellen.

Der Waschsalon eignet sich übrigens auch super um neue Freunde zu finden! Vielleicht kannst du jemandem einen guten Tipp geben, deinem Nachbarn / deiner Nachbarin Waschmittel borgen oder gemeinsam darüber grübeln was nun in die 60 Grad Wäsche darf und was nicht!

Jetzt weißt du wie man Wäsche richtig sortiert, wäscht und welches Waschmittel die beste Wahl für deine Textilien ist. Wir hoffen unsere Tipps zum Thema Wäschewaschen konnten dir und deinem Schmutzwäscheberg weiterhelfen.

Viel Erfolg und Spaß beim Waschen!

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