Prokrastination: Die besten Tipps gegen Aufschieberitis

Verfasst von: Christina Pichler, 29.10.2020

Die Küche ist geputzt, der Kleiderschrank ausgemistet, das Bücherregal endlich nach Farben sortiert, aber deine Lernunterlagen liegen immer noch unberührt am Schreibtisch?

Prokrastination – per Definition das Verschieben oder Aufschieben von anstehenden Tätigkeiten und ich wage zu behaupten, dass wir ihr alle schon das ein oder andere Mal zum Opfer gefallen sind. Um genau das und den damit verbundenen Stress zu vermeiden, haben wir heute 10 Tipps gegen Prokrastination für dich!

1. Schaffe dir einen fixen Arbeitsplatz

Gerade in Zeiten von „Distance Learning“ und „Home – Office“ kommt man leicht in Versuchung einfach mal länger im Bett zu bleiben und von dort die ersten Mails zu beantworten. Dadurch verschwimmen die Grenzen von Arbeit und Entspannung, was dazu führt, dass du dich nur sehr schwer fokussieren kannst. Dein Bett und deine Couch sind Orte der Erholung und durch die Macht der Gewohnheit, wird das auch deinem Körper signalisiert. Schaffe dir also ganz bewusst einen Ort, an dem du lernst oder arbeitest damit du, sobald du diesen betrittst, im „Arbeitsmodus“ bist.

2. Finde die richtige Lerntechnik

Es gibt verschiedene Arten von Lerntypen – die einen setzen sich in die Bibliothek und lernen sieben Stunden am Stück, während andere StudentInnen Strategien wie zum Beispiel die „Pomodoro – Methode“ benutzen. Die „Pomodoro – Methode“ ist eine Lernstrategie, bei der man 25 Minuten lang lernt oder arbeitet, gefolgt von fünf Minuten Pause – dieser Vorgang wird ganze viermal wiederholt. Nach den vier Wiederholungen kommt es zu einer längeren Pause von 25 Minuten. Diese Technik geht auf Francesco Cirillo zurück und soll dich durch die vielen kurzen Einheiten aufmerksamer und aufnahmefähiger machen. Unser Rat an dich: probiere einfach ein paar verschiedene Dinge aus und erkenne, was für dich am besten funktioniert!

3. Arbeite in Hochphasen

Jeder von uns durchläuft an einem Tag verschiedene Phasen. Es gibt Phasen, an denen wir motiviert und voller Tatendrang sind, aber es gibt auch Phasen, an denen es uns beide Augen zudrückt und wir am liebsten ein Mittagsschläfchen in unseren Tagesplan mit aufnehmen würden. Finde heraus, wann du am produktivsten bist und nutze diese Produktivitätsphasen zu deinem Vorteil. Wir haben dir hier eine durchschnittliche Leistungskurve dargestellt und vielleicht erkennst du dich darin sogar wieder!

4. Plane Pausen ein

Was sich zuerst wahrscheinlich kontraproduktiv anhört, ist in Wahrheit essentiell. Pausen sind einerseits wichtig, um Gelerntes zu festigen und geben dir andererseits etwas, worauf du dich ganz einfach freuen kannst. Pausen zu machen ist nichts, wofür man sich schuldig fühlen muss, ganz im Gegenteil. Oft ist es wichtig, den Kopf kurz abzuschalten und einen Schritt weg vom Schreibtisch zu machen, um danach mit neuen Ideen wieder zurück zu kommen. Am besten du nutzt diese Phasen der Regeneration für einen Spaziergang an der frischen Luft, rufst mal wieder deine Oma an und fragst wie es ihr geht oder du gehst in eines unserer Fitnessstudios und powerst dich so richtig aus! Hauptsache dein Kopf wird frei!

6. Fokussiere dich auf dein Endziel

Gerade im Studentenleben kann es oft passieren, dass man vergisst wieso man jetzt schon wieder die nächste Powerpoint – Präsentation auswendig lernen soll. Auch wenn man mit Lehrveranstaltungen konfrontiert wird, die die eigenen Interessen nicht zu 100% wiederspiegeln kann es oft schwer sein beim Thema zu bleiben – versuche dir also immer vor Augen zu halten, warum du das alles machst: für den Abschluss, deinen Traumjob oder die Möglichkeit einen Master im Ausland zu machen.
Finde dein Weshalb!

7. Erledige Unangenehmes zuerst

Wie Mark Twain einst sagte: „Eat a live frog first thing in the morning and nothing worse will happen to you the rest of the day.” Erledige also die Aufgabe, die dir am größten und schwersten erscheint am Morgen, dann schwirrt sie dir nicht mehr im Kopf herum und du kannst dich mit ruhigem Gewissen auf die nächsten Aufgaben konzentrieren. Ein zusätzlicher Bonus: wenn du bereits morgens eine schwierige Aufgabe hinter dich gebracht hast, hast du bereits das größte Hindernis des Tages aus dem Weg geräumt und kannst direkt stolz auf dich sein. Du wirst merken, diese gute Laune wirkt sich dann auch auf deinen gesamten restlichen Tag aus.

8. Fang einfach an

Leichter gesagt als getan, doch wenn du vor einer großen, scheinbar unlösbaren Aufgabe stehst, brichst du sie am besten in kleine Portionen herunter und fängst damit an, dir einen Timer für fünf Minuten zu stellen – die Wahrscheinlichkeit, dass du dann einfach weitermachst, weil du sowieso schon dabei bist ist hoch und dein innerer Schweinehund wird überlistet.

9. Stress dich nicht, plane!

Stress bringt uns, entgegen allgemeiner Annahmen, nicht zu Höchstleistungen, sondern kann schwerwiegende Nebenwirkungen wie Migräne, Depression und erhöhte Infektanfälligkeit auslösen. Da das in Zeiten einer Pandemie ganz besonders ungünstig ist und dir auch nicht dabei hilft dich besser zu fokussieren, ist es hilfreicher, dass du dir realistische Pläne machst und dir selber genug Zeit gibst.
Sehe das Lernen nicht als etwas Negatives, sondern stattdessen als etwas, das dir Freude bereitet und dich im Leben weiterbringt!

10. Erkenne den wahren Grund deiner Prokrastination!

Prokrastinieren kann man mit Faulheit nicht gleichsetzen. Wir tendieren dazu Dinge aufzuschieben, weil wir denken, dass wir ihnen nicht gewachsen sind. Viele von uns haben auch Angst zu scheitern und das ist total okay! Wenn du an die Wurzel des Problems gehst und beginnst dort nach Lösungen zu suchen, wird der Weg gleich viel einfacher!

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