Pomodoro Technik: Zeitmanagement optimieren & Produktivität steigern

Verfasst von: Kerstin Lakits, 25.01.2024

Passiert es dir immer wieder, dass du abgelenkt wirst, sobald du dich zum Lernen hinsetzt? Dein Handy läutet, Nachrichten poppen auf, Instagram und TikTok ziehen dich in den Bann, deine MitbewohnerInnen unterbrechen dich oder dir fallen Tausend To Dos ein. Mit jeder Unterbrechung sinkt deine Produktivität und du sitzt ewig lange am Schreibtisch. In diesem Fall ist die Pomodoro Technik eine Wunderwaffe, die sowohl bei Studierenden als auch in der Arbeitswelt sehr beliebt ist. Die Pomodoro Methode hat sich bewährt und ist einfach anzuwenden. In diesem Artikel stellen wir dir diese Lerntechnik vor und geben dir praktische Tipps! Bist du bereit produktiver denn je zu werden? Hier geht’s los!

Definition: Was ist die Pomodoro Technik?

Der Italiener Francesco Cirillo entwickelte in den 1980ern eine Methode, die für bessere Konzentration sorgen, die Produktivität bei der Arbeit bzw. im Studium steigern und zu einem effizienteren Zeitmanagement führen soll. Den Namen erhielt diese Lernmethode durch die Küchenuhr in Form einer Tomate, die der Erfinder für die Anwendung der Pomodoro Technik verwendete. Heutzutage erfreut sich diese Methode größter Beliebtheit bei Studierenden, CEOs, ManagerInnen und Berufstätigen, da die Pomodoro Technik zu höherer Konzentration, Effizienz am Arbeitsplatz und Produktivität führt.

Die Pomodoro-Technik ist eine Zeitmanagement-Methode, bei der Aufgaben in 25-Minuten-Einheiten unterteilt werden. Regelmäßige 5-minütige Pausen zwischen den Arbeitsintervallen wirken sich positiv auf die mentale Leistungsfähigkeit aus und erleichtern die Konzentration auch über viele Stunden.

Funktionsweise: Wie wird die Pomodoro Technik angewendet?

Die Pomodoro Methode ist einfach anzuwenden und nicht sehr kompliziert. Du brauchst dafür lediglich ein Smartphone, einen Timer, eine Küchenuhr oder einen Wecker, um die Arbeits- und Pausenphasen zu verfolgen, und natürlich deine Lernmaterialien oder deine Arbeitsunterlagen.

Die Pomodoro Technik besteht aus vier Arbeitseinheiten zu je 25 min sowie 5-minütigen Pausen nach jeder Arbeitseinheit. Nach der letzten arbeitsintensiven Phase wirst du mit einer halben Stunde Pause belohnt. Diese Phasen bilden eine Session, die insgesamt 2h25min dauert. Davon sind 100 min Arbeitszeit und 45 min Pause.

Du stellst also deinen Timer zuerst auf 25 Minuten und arbeitest in dieser Zeit konzentriert an einer (!) Aufgabe. Sobald dein Wecker läutet, nimmst du dir 5 Minuten, um dich zu erholen. Am besten trinkst du etwas Wasser, isst einen kleinen Snack, lässt frische Luft herein oder streckst dich. Diesen Ablauf wiederholst du viermal. Je nachdem, wie viele verschiedenen Aufgaben du zu erledigen hast, kannst du dir pro Arbeitseinheit eine andere Aufgabe vornehmen. Du solltest aber pro Arbeitszyklus nur eine Aufgabe angehen, weil du besser arbeitest, wenn du dich auf eine Aufgabe konzentrierst.

STUWO Tipp: Die Pausen sind genauso wichtig wie das Lernen. Deswegen solltest du darauf achten, dass du die Lernpausen effektiv gestaltest. Hier findest du Tipps, wie du das Beste aus deinen Lernpausen holen kannst!

Vorteile der Pomodoro Technik: Effizienz und Produktivität im Fokus

Simpel aber effektiv. Die Pomodoro Technik hat unter anderem aufgrund ihrer Simplizität so einen großen Anklang gefunden. Man braucht nicht viel Ausstattung oder Vorbereitung, sondern kann jederzeit damit beginnen.

Die regelmäßigen Pausen bei der Pomodoro Methode sorgen dafür, dass du dich länger konzentrieren kannst und dein Gehirn über lange Strecken arbeiten kann. Die Pausen und die Tatsache, dass du dich nur 25 Minuten am Stück konzentrieren musst, wirken Wunder für deine Konzentrationsfähigkeit und deinen Fokus auf die bevorstehende Aufgabe.

Die kurzen Lernintervalle steigern außerdem deine Motivation und kämpfen gleichzeitig gegen an, da du nicht vor Augen hast, dass du stundenlang am Schreibtisch gefesselt bist, sondern du nur die jetzige Lerneinheit absolvieren musst. Diese vielen kleinen Häppchen fürs Lernen bzw. Arbeiten nehmen auch etwas vom mentalen Druck weg, der im schlimmsten Fall zu Prüfungsangst oder Überforderung führen kann. Das Lernen wird somit zu einer ertragbaren und machbaren Tätigkeit.

Die Tatsache, dass du einen Plan fürs Lernen hast und dich immer auf eine einzige Aufgabe konzentrierst, sorgt für schnelleres und effektiveres Lernen! Besonders praktisch ist auch, dass du die Pomodoro Methode auf deine eigenen Bedürfnisse zuschneiden kannst. Hast du nur eine Stunde Zeit? Dann durchläufst du den Pomodoro Zyklus nur zweimal statt viermal.

STUWO Tipp: Hier findest du weitere Tipps gegen Prokrastination und Aufschieberitis!

Hier haben wir alle Vorteile nochmals für dich zusammengefasst:

  • Wenig Equipment benötigt (Wecker, Timer, Küchenuhr, Smartphone, Laptopuhr…)
  • Langfristiges Lernen durch regelmäßige Pausen
  • Gesteigerte Konzentrationsfähigkeit durch intensive Arbeitsintervalle
  • Individuell anpassbar
  • Effizientes Zeitmanagement
  • Gesteigerte Motivation und Fokus auf die Arbeit
  • Schnelleres Lernen
  • Reduzierte Prüfungsangst und Prokrastination durch kleinere Lerneinheiten

Nachteile der Pomodoro Technik: Kritische Überlegungen

Für manche Menschen ist die Pomodoro Technik nicht die richtige Lösung, weil die vorgeschlagene Zeiteinteilung unflexibel ist und in dieser Form nicht zum Arbeitsalltag oder dem persönlichen Lernrhythmus passt. In diesem Fall könntest du versuchen die Sequenzen der Pomodoro Methode abzuändern oder eine andere Methode anzuwenden. Manchmal entsteht durch den ablaufenden Timer ein Gefühl von Zeitdruck, der dich beim Lernen oder Arbeiten stresst.

Besonders im Arbeitsumfeld wird der Pomodoro Technik nachgesagt, dass die Anwendung im Büroalltag unrealistisch ist, weil das Blocken einer halben Stunde nicht möglich ist oder es zu viele kurzfristige Änderungen gibt, die den Rhythmus zerstören. Die Zusammenarbeit mit KollegInnen oder KundInnen ist für die Anwendung der Pomodoro Methode eine große Herausforderung.

Ein weiterer Aspekt, der kritisch betrachtet werden kann, ist die zusätzliche Arbeitsgliederung, die erfolgen muss, bevor man die Pomodoro Methode anwenden kann. Das bedeutet, dass Aufgaben eventuell vorher in Teilaufgaben heruntergebrochen werden müssen, damit diese sinnvoll in 25 Minuten absolviert werden können.

Das wohl häufigste Argument gegen die Pomodoro Technik ist die Unterbrechung des Workflows. Manche Aufgaben dauern einfach länger als 25 Minuten und die erzwungene Pause unterbricht den Workflow, wodurch deine Konzentration gestört wird. Außerdem kennst du doch bestimmt das Gefühl, wenn du gerade richtig in der Arbeit oder im Lernen drinnen bist. Wenn dann der Timer läutet, reißt dich das eventuell raus.

Hier haben wir alle Nachteile nochmals für dich zusammengefasst:

  • Unflexible Zeiteinteilung
  • Unrealistische Anwendung
  • Zusätzliche Arbeitsgliederung
  • Unterbrochener Workflow
  • Stress durch Timer

Pomodoro Technik lernen: Hilfreiche Tipps zur Umsetzung

Das Muster der Pomodoro Methode ist relativ einfach. Damit alles reibungslos klappt, haben wir hier noch ein paar zusätzliche Tipps.

  • Ablenkungen ausschalten: Stelle bei deinem Handy den Nicht-Stören-Modus ein und schalte dein Handy auf stumm, damit du von Benachrichtigungen nicht abgelenkt wirst.
  • To-Do-Liste mit Prioritäten erstellen: Damit du deine Zeit so effizient wie möglich nutzen kannst, solltest du deine Aufgaben mit Prioritäten versehen. Methoden zur Vergabe von Prioritäten findest du weiter unten.
  • Arbeitsatmosphäre schaffen: Für optimale Konzentrationsfähigkeit brauchst du die richtige Atmosphäre und den idealen Arbeitsplatz. Dein Schreibtisch sollte aufgeräumt sein, du solltest regelmäßig lüften und deine Unterlagen herrichten. Hier findest du Tipps für das perfekte Homeoffice!
  • Arbeits- und Pausenzeiten ausnutzen: Damit du das Beste aus der Pomodoro Technik herausholen kannst, solltest du dich während der 25-minütigen Arbeitsphasen voll konzentrieren und dafür die 5-minütigen Pausen ausnutzen.

Pomodoro Timer: Diese Tools helfen dir bei der Pomodoro Technik

Obwohl du kein besonderes Equipment für die Pomodoro Methode brauchst, gibt es einige Tools, die dir den Ablauf erleichtern. Webseiten und Apps haben den Vorteil, dass sie automatisch auf den Pomodoro Ablauf eingestellt sind und du dich daher nicht mehr darauf konzentrieren musst, in welcher Phase der Pomodoro Session du dich befindest. Einige Apps haben auch praktischerweise eine To-Do-Liste integriert. Hier sind einige Hilfsmittel, die dir weiterhelfen:

  • Webseiten mit Pomodoro Timer: Tomato Timer, PomoFocus, TomatoTimers
  • Apps mit Pomodoro Timer für dein Smartphone: Pomotodo (iOS, Android), FlatTomato (iOS, Android)
  • Physische Uhren: Küchenuhr, Wecker mit Timerfunktion, Timer auf dem Smartphone, Timer auf deiner Smartwatch

Allgemeine Tipps und Strategien für produktives Lernen und Arbeiten

Die Pomodoro Methode ist eine tolle Strategie für deine Lernsession. Abgesehen davon gibt es einige allgemeine Aspekte, die du beachten solltest. Der wohl wichtigste Punkt ist deine Lern- und Arbeitsumgebung. Wenn es in der Umgebung störende Geräusche gibt, kannst du zu Noise-Cancelling-Kopfhörern oder Oropax greifen. Frische Luft ist übrigens essenziell, damit dein Gehirn genug Sauerstoff bekommt. Viel Wasser und nährreiche Snacks (am besten Brain Food) stellen sicher, dass du dich lange konzentrieren kannst. Sorge dafür, dass du einen sauberen und geordneten Schreibtisch hast, damit dich nichts ablenkt. Auf deinem Handy solltest du Push-Benachrichtigungen abschalten, um so eine Ablenkung zu vermeiden. Wenn du einen konkreten Plan hast, kannst du viel effizienter und produktiver arbeiten und lernen. Deshalb solltest du dir eine Liste mit Aufgaben schreiben und einplanen, wann du sie erledigst. So behältst du den Überblick und vergisst nichts.

STUWO Tipp: Hier findest du einen ganzen Artikel für effektives Lernen!

Strukturiertes Lernen und Arbeiten: Für wen ist die Pomodoro Technik geeignet?

Die Pomodoro Technik eignet sich besonders gut für Menschen, die schnell überfordert sind oder zur Prokrastination neigen, wenn sie mit stundenlangen Lerneinheiten konfrontiert sind. Kurze Aufgaben oder Projekte, die sich gut in Teilaufgaben unterteilen lassen, passen sehr gut zur Struktur der Pomodoro Methode.

Die Pomodoro Technik eignet sich jedoch nicht gut, wenn du an kreativen Projekten arbeitest, da hier Zeitdruck oftmals kontraproduktiv ist. Auch große Projekte sind nicht ideal für die Zeitaufteilung dieser Methode. Wenn du mit KollegInnen oder KundInnen zusammenarbeitest, ist die Pomodoro Technik auch nicht zwangsläufig die perfekte Lösung, da du in deinen Lerneinheiten unterbrochen werden könntest.

Flexible Strategien: Effizienz steigern mit Alternativen zur Pomodoro Technik

Wenn dir die Pomodoro Methode nicht zusagt oder du zur Abwechslung mal eine andere Technik ausprobieren möchtest, haben wir hier ein paar Alternativen für dich.

  1. Eisenhower-Prinzip: Beim Eisenhower-Prinzip priorisierst du deine Aufgaben nach Wichtigkeit und nach Dringlichkeit. Dadurch entstehen vier Kategorien von Aufgaben, die dir helfen zu entscheiden, welche Aufgaben du wann machen sollst. A-Aufgaben (wichtig und dringend) müssen sofort erledigt werden. B-Aufgaben (wichtig, aber nicht dringend) werden auf einen Termin gelegt und im Kalender festgehalten. C-Aufgaben (nicht wichtig, aber dringend) kannst du, falls möglich, an andere Menschen delegieren. D-Aufgaben (nicht wichtig, nicht dringend) gehören von deiner Aufgabenliste gestrichen oder ganz hinten angestellt.
  2. ABC-Methode: Die ABC-Methode ist eine vereinfachte Version der Eisenhower-Technik, die eigentlich aus der Betriebswirtschaftslehre kommt. Bei dieser Methode hast du drei Kategorien von Aufgaben: A (wichtige Aufgaben, die du sofort erledigst), B (Aufgaben, die du später erledigen oder delegieren kannst) und C (Aufgaben, die du delegieren oder verwerfen kannst). Für deine Zeiteinteilung achte auf die folgende Gewichtung: 60% deines Tages für A-Aufgaben, 25% für B-Aufgaben und 15% für C-Aufgaben. Verplane nicht deinen ganzen Arbeitstag, sondern lass ein bisschen Spielraum für unvorhergesehene Aufgaben.
  3. 52-17-Methode: Diese Methode ist eine Abwandlung der Pomodoro Methode. Studien zufolge können sich die meisten Menschen für 52 Minuten konzentrieren, bevor sie 17 Minuten Regenerationszeit benötigen. Du folgst hierbei diesem Rhythmus, um zu lernen oder zu arbeiten. Diese Technik eignet sich besonders für größere bzw. zeitintensivere Aufgaben.
  4. ALPEN-Methode: Mithilfe der ALPEN-Methode kannst du deine Lernsession strukturieren oder deinen Arbeitstag planen. Dafür legst du zuerst deine Aufgaben fest. Welche Aufgaben stehen bei dir an? Dann schätzt du, wie lange du für die jeweiligen Aufgaben brauchst. Dabei solltest du darauf achten, dass du den Aufwand realistisch einschätzt und dir konkrete Zeiten aufschreibst. Plane dabei auch Pufferzeiten ein, falls etwas dazwischenkommt oder du für eine Aufgabe länger als geplant brauchst. Dann musst du Entscheidungen treffen. Welche Aufgaben musst du zuerst erledigen? Hierfür kannst du das Eisenhower-Prinzip oder die ABC-Methode verwenden. Am Ende deiner Lernsession und deines Arbeitstages solltest du eine Nachkontrolle durchführen, damit du weißt, welche Aufgaben du erledigt hast und welche du dir für den nächsten Tag aufhebst.

Fazit: Die Pomodoro Technik als Erfolgsrezept für effizientes Zeitmanagement

Die Pomodoro Methode ist eine tolle Möglichkeit, um deine Produktivität zu fördern und dein Lernsessions zu planen. Du brauchst dafür nur einen Timer. Es gibt noch weitere Techniken, die du anwenden kannst, um deine Aufgabenliste zu priorisieren und dir deine Zeit einzuteilen. So arbeitest du deine To-Do-Liste bestmöglich ab und bereitest dich perfekt auf deine nächste Prüfung vor.

Du suchst noch mehr Inspiration für deine Lern-Session? Hier findest du weitere Tipps für eine effektive Prüfungsvorbereitung!

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