Vorteile und Argumente für ein Studium mit 30

Verfasst von: Christina Pichler, 15.09.2020

Mit 30 ist man in der Blüte seines Lebens und schwimmt irgendwo in der Mitte zwischen Freiheit und Verantwortung. Man hat bereits erste wichtige Berufserfahrung gesammelt, ist bedacht auf einen gewissen Wohnkomfort fernab vom WG-Chaos und verfügt auch oft über das nötige Kleingeld, um sich einen höheren Lebensstandard zu leisten. In den 30ern ist man ein bisschen angekommen. Aber eben auch nur ein bisschen. Sich weiterzubilden, beruflich umzuorientieren oder zum ersten Mal zu studieren, wenn man die 30er Marke geknackt hat, ist tatsächlich keine Seltenheit.

Du überlegst dir gerade, ob ein Studium mit 30, 40 oder 50 der richtige Schritt ist oder ob du nicht schon viel zu alt zum Studieren bist? Wir haben für dich einige wichtige Argumente zusammengefasst, und das dürfen wir schon mal vorwegnehmen, Studieren über 30 bringt viele Vorteile mit sich!

Studieren mit Ü30: Weil man es wirklich wissen will

Ein Studium über 30 zu starten bedeutet in der Regel, dass man ein sehr konkretes Ziel vor Augen hat und es tatsächlich auch will. Direkt nach der Schule ist man mit der großen Auswahl an Möglichkeiten oft überfordert. Viele junge Menschen wissen nicht, was sie nach der Matura überhaupt machen wollen oder gehen große Kompromisse bei der Studienwahl ein. Häufig lernt man sich selbst erst mit den zunehmenden Jahren an Lebens- und Berufserfahrung richtig kennen. Man weiß dann eher, wo die eigenen Talente liegen, was man sich vom Leben erwartet und hat eine Vorstellung darüber, wie der berufliche Alltag aussehen soll. Was man nicht (mehr) will, hat man dann auch bereits herausgefunden und das ist vielleicht sogar der wichtigste Punkt. Die Wahl eines Studiums in dem Alter ist also wohlüberlegt, weil es doch einige Hindernisse zu bewältigen gibt. Aber diese nimmt man dann auch in Kauf, weil die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Studieninhalte tatsächlich zu den eigenen Interessen passen. Wenn du dich in deiner Entscheidung festigen möchtest, können dir auch diese Fragen weiterhelfen, um den passenden Studienort zu finden.

Man ist nie zu alt zum Studieren

Zugegeben. Man hört immer wieder, dass einem das Lernen leichter fällt, desto jünger man ist und vielleicht wirst du zu den älteren und gleichzeitig überaus Erfahrenen unter den Kommilitonen gehören. Aber das wichtigste Kriterium für die Wahl einer Ausbildung ist doch, dass du dich für das Thema interessierst und das kannst du mit zunehmendem Alter deutlich besser einschätzen, wie wir gelernt haben. Zum Studieren ist das Alter also prinzipiell egal und es spielt nicht wirklich eine Rolle, wenn man seiner tatsächlichen Berufung folgt. Und wusstest du, dass es auch etliche Pensionisten gibt, die Gasthörer an Universitäten sind? Du musst dich also wirklich nicht verstecken und wegen deines Alters schon gar nicht.

Du bist der Senior im Studiengang? Ziemlich cool – für beide Seiten

Ja, das ist unser voller Ernst! Dein Alter und deine Erfahrung machen dich speziell und besonders. Wenn du befürchtest, es als „Studien Oldie“ schwieriger zu haben und im Hörsaal aufzufallen, wollen wir dir diese Sorgen nehmen. Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern blicke auf dich und deine Erfahrung. Du hast davor bereits eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, gearbeitet oder währenddessen die Matura nachgeholt? Oder du hast deinen Bachelor gemacht, ein paar Jahre gearbeitet und setzt nun den Master drauf? Du bildest dich mit einem Studium jetzt in einem ganz neuen Bereich fort, weil dein eigentlicher Berufswunsch davor nicht umsetzbar war oder nicht für dich gepasst hat – aus welchem Grund auch immer? Super, sei stolz darauf! Teile deine Erfahrungen, denn davon können alle profitieren. Aber die Vorteile gelten auch für dich: Sich in einem jüngeren und gleichzeitig dynamischen Umfeld zu bewegen kann eine große Bereicherung sein. Deshalb: sei stets offen dafür, was deine Kommilitonen dir mitgeben können. Außerdem bist du sicherlich nicht die einzige Person im Hörsaal, die das Projekt „Studieren 30 plus“ wagt.

Zielgruppe von berufsbegleitenden Studiengängen: Wenn nicht du, wer dann?

Viele Universitäten und Fachhochschulen bieten mittlerweile berufsbegleitende Studiengänge an. Somit kannst du deiner Arbeit weiterhin nachgehen, sammelst nach wie vor Berufserfahrung und hast in dieser Zeit ein Einkommen. Diese Kategorie von Studiengängen sprechen eher Menschen mit Berufserfahrung an und sind besonders dann zu empfehlen, wenn du studieren möchtest, ohne gleich deinen kompletten Lebensrhythmus zu ändern. Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit können auch mit dem Arbeitgeber vereinbart werden und richten sich an alle, die ihren Arbeitsplatz nicht aufgeben möchten, während sie sich weiterbilden. Nur weil du studieren willst, muss sich nicht dein komplettes Leben ändern. Also trau dich ruhig, deine Möglichkeiten in Erfahrung zu bringen.

Studienabsolvent über 30: Du bist für Arbeitgeber attraktiv

Lebensläufe und Berufsorientierung dürfen heutzutage durchaus ein bisschen wilder und bunter sein, solange sie erklärbar sind. Wenn du über 30 bist und ein Studium wagst, spricht das für deine Willenskraft, deinen Ehrgeiz und deine Flexibilität. Vergiss nicht, dass du auf jeder Station in deinem Leben etwas mitgenommen hast. Auch wenn du nach dem Studium in einem ganz neuen Beruf durchstartest: Du beginnst in einem neuen Job immer von einer anderen Position aus und mit einem anderen Erfahrungslevel als Absolventen, die zum ersten Mal in ihrem Leben einer Vollzeittätigkeit nachgehen.

Für finanzielle und andere Hindernisse lassen sich immer Lösungen finden

Wenn man nicht Bildungsteilzeit oder -karenz in Anspruch nehmen kann, bedeutet ein klassisches Vollzeitstudium oftmals, den Lebensstandard ein wenig anpassen zu müssen. Das stimmt schon und klar, wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Aber das Interesse am Lerninhalt wird dich dazu motivieren, für alle Hindernisse auch Lösungen zu finden. Vielleicht kannst du über dein berufliches Netzwerk eine Teilzeitstelle bekommen, die einen annehmbaren Stundenlohn hergibt. Vielleicht hast du dir durch erste Jobs eine kleine Summe ansparen können oder lebst vielleicht in einer Partnerschaft, in welcher du in deinen Plänen unterstützt wirst. Bei der Lösungsfindung wird dir deine Lebenserfahrung helfen, mit der du 18-jährigen einen großen Schritt voraus bist. Wir von STUWO haben dir an anderer Stelle auch zusammengefasst, welche allgemeinen Studienfinanzierungen in Österreich möglich sind. Und vielleicht ist hier etwas Hilfreiches für dich dabei.

Klischee Studentenleben: Mit über 30 stehst du ganz woanders

Die Gesellschaft hat ein ganz eigenes Bild vom klassischen Studenten: er schlägt sich finanziell irgendwie durch – mit Minijobs, mit Studienbeihilfen oder Unterstützung der Eltern. Er lebt in kleinen WGs, wo es oft Meinungsverschiedenheiten gibt und auch nie so richtig sauber ist. Ausgegangen wird nur zur Happy Hour und gerne auch, wenn am nächsten Morgen Vorlesung ist. Jeder Euro zählt und das Leben ist aufs Sparen ausgerichtet. Ok, das klingt mit über 30 wohl eher unsexy und man kann sich nur schwer damit identifizieren, wenn man einen gewissen Lebensstandard gewohnt ist. Und manchmal wird man zusätzlich mit zweifelnden Fragen oder blöden Kommentaren aus dem Umfeld konfrontiert. Aber verabschiede dich von diesem Bild. Denn wir sprechen hier von einem Klischee, welches manche, aber bei weitem nicht alle Studenten erfüllen. Außerdem stehen dir aufgrund deiner Seniorität – denn die hat man ab 30 doch bereits ein wenig angesammelt – andere Möglichkeiten offen, als deine Eltern anzupumpen, wie unser Beitrag zeigt. Lebe deine persönliche Erfüllung und zwar auf deine Weise – egal was andere dazu sagen.

Familie, Kinderwunsch und Uni unter einen Hut bringen? Ja, das geht!

Gerade Frauen macht die biologische Uhr ein wenig Druck. Denn über 30 zu sein bedeutet auch, dass man sich mit den Familienplänen nicht mehr allzu lange Zeit lassen sollte. Der Wunsch nach einer eigenen Familie ist in diesem Lebensabschnitt natürlich keine Seltenheit. Oder vielleicht hast du bereits eine Familie und du zweifelst, ob du allen Ansprüchen gerecht werden kannst. Dass man einer doppelten Belastung ausgesetzt ist, sollte sicherlich nicht außer Acht gelassen werden. Jedoch bieten einige Universitäten, Fachhochschulen und Hochschulen eigene Kindergärten an. Vielleicht gibt es auch ein familiäres Umfeld, wie den Partner oder Oma und Opa, die unterstützen können. Auch dafür lassen sich in jedem Fall Lösungen finden, wenn es der innigste Wunsch ist, ein Studium zu beginnen. Im Notfall kann man aber auch noch ein Jahr warten, wenn es die familiäre Situation aktuell nicht zulässt.

Wir konnten dir ein paar schlagkräftige Argumente für ein Studium mit 30 und älter liefern? Prima. Vielleicht fehlt dir ja noch eine passende Bleibe, die deinem Anspruch ans Wohnen gerecht wird. Wirf doch einen Blick auf die Liste unserer modernen STUWO Studentenapartments in ganz Österreich, die passen auch für alle über 30. Wir wünschen viel Spaß beim Studieren und Leben deiner Träume! 

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